Austausch mit der pro familia Beratungsstelle Hannover
Gemeinsam mit der pro familia Beratungsstelle haben wir als Jusos Region Hannover eine Veranstaltung zum Thema Schwangerschaftskonfliktberatung und Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei sowohl die konkrete Beratungsarbeit von pro familia als auch die aktuelle rechtliche und gesellschaftliche Situation.
Pro familia e.V. ist eine Beratungseinrichtung für Fragen rund um Schwangerschaft, Sexualität und Familienplanung. Der Verein pro Familia Niedersachsen unterhält 26 Beratungsstellen und bietet unter anderem Schwangerschaftskonfliktberatung an, unterstützt bei sozialen und rechtlichen Fragen in der Schwangerschaft und informiert zu Themen wie Verhütung und reproduktiver Gesundheit. Ziel ist es, Menschen in persönlichen Lebenssituationen ergebnisoffen zu beraten und ihnen eine selbstbestimmte Entscheidung zu ermöglichen.
Im Austausch haben wir gemeinsam über mögliche Reformen auf Bundesebene sowie über Handlungsbedarfe in der Region Hannover diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass auch auf kommunaler Ebene weiterhin Verbesserungen notwendig und möglich sind. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass Schwangerschaftsabbrüche in der Region Hannover flächendeckend möglich und für alle Betroffenen gut zugänglich bleiben. Zudem besteht weiterhin Reformbedarf bei der Zugänglichkeit von Dolmetscher*innen für die medizinische Praxis, um eine niedrigschwellige und verständliche Beratung für alle zu gewährleisten.
Für uns ist klar: Schwangerschaftsabbrüche gehören nicht ins Strafgesetzbuch. Die Abschaffung des § 219a war ein wichtiger erster Schritt, reicht jedoch nicht aus. Perspektivisch muss der gewünschte Schwangerschaftsabbruch vollständig aus dem Strafgesetzbuch herausgelöst und in einem anderen rechtlichen Rahmen geregelt werden, um Verunsicherung und die Kriminalisierung von FINTA* und Ärzt*innen zu beenden. Die Möglichkeit eines sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruchs ist eine grundlegende Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Einschränkungen führen nicht dazu, dass weniger Abbrüche stattfinden, sondern lediglich dazu, dass sie unter unsicheren Bedingungen im Verborgenen erfolgen. Dies kann gar zum Tod führen. Hier sehen wir auch die SPD weiterhin in der Verantwortung, konsequent nachzubessern.
Die rund 20 Teilnehmenden brachten sich aktiv mit Fragen und Beiträgen ein, die von den Vertreter*innen von pro familia ausführlich beantwortet wurden. Der intensive Austausch hat zudem neue Impulse und Antragsideen hervorgebracht, die wir als Jusos in die SPD einbringen werden.
Wir bedanken uns bei pro familia für den inhaltlichen Input und den konstruktiven Austausch.