PlakatkleberInnen oder EntscheidungsträgerInnen? Geschichte(n) der Jusos Region Hannover

Plakatkleberinnen
 
 

Es sollte ein Abend mit vielen spannenden Anekdoten aus der Geschichte der Jusos Region Hannover werden: Gemeinsam mit Wolfgang Jüttner sprachen am vergangenen Donnerstag, 13. Juni, etwa zwanzig GenossInnen über die wechselvolle Geschichte der JungsozialistInnen in der Region.

 

Der ,Talkgastʻ des Abends, Wolfgang Jüttner, war in den 1970er Jahren selbst engagierter Juso und sowohl auf Unterbezirks- als auch auf Bezirks- und Bundesebene aktiv. Er selbst trat den Jusos wenige Wochen nach der sogenannten ,Linkswendeʻ bei und konnte uns somit lebhaft schildern, welche Atmosphäre zu dieser spannenden Zeit herrschte. Dabei wuchs der politische Einfluss der Jusos auf die Programmatik der SPD in den 1970er Jahren enorm: „Zu einer Zeit, in der es viele andere Jugendparteiorganisationen noch gar nicht gab, war auch die Wahrnehmung der Jusos in der Gesamtgesellschaft eine viel stärkere“, stellte Wolfgang ergänzend fest.
Ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Jusos Region Hannover war sicherlich die Hausbesetzung in der Schierholzstraße im Jahr 1973. Damals wurde versucht, mit der politischen Aktion auf den grassierenden Wohnungsnotstand in Hannover aufmerksam zu machen: „Das war richtige Symbolpolitik, die Stadtgeschichte geschrieben hat“, erinnert sich Wolfgang.
Eines wurde an dem Abend in jedem Fall deutlich: Seit den 1970er Jahren haben sich die Jusos programmatisch entwickelt und sind heute sicher viel mehr als eine PlakatkleberInnen-Organisation innerhalb der SPD: Mit unseren politischen Standpunkten und unserem Organisationspotential sind wir mittlerweile zu echten EntscheidungsträgerInnen ,herangewachsenʻ. „Am 1. Mai fiel mir auf, wie viele Jusos wieder mobilisiert werden konnten. Das war in der Vergangenheit nicht immer so aber es hat mich gefreut, dass es wieder so ist!“, hielt Wolfgang am Schluss der Veranstaltung fest.
 

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